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Aufgefangen … im Alter (Ilse Baumgarten)

Stand Juli 2021 sind in Schondorf etwa 4000 Einwohner:innen gemeldet, über 25% sind älter als 65 Jahre; schon bald sind es 35%. Menschen, die eine Unterstützung im Alltag brauchen, werden mehr. Nicht immer kann das Familie leisten – oder nicht mehr -, auch Nachbarn und Freunde sind nur zeitweise bereit einzuspringen. Die positive Nachricht ist: Schondorf hat ein engmaschiges Netz mit Hilfsangeboten. Wem die Einkäufe zu schwer werden oder der Tritt auf die Leiter zum Anbringen der Gardinen zu gefährlich erscheint, ruft die Nachbarschaftshilfe an. Wer für eine Untersuchung zur Klinik gefahren werden muss, fordert das Sozialmobil bei GEMEINSAM e.V. an und ein gemütliches Miteinander organisiert der Seniorentreff.

Das Netz ist bewährt. Wie reißfest es ist, zeigte sich beim ersten Lockdown, als in Windeseile Hilfe organisiert wurde. Dennoch – das Netz hat eine Lücke. Im Fachjargon heißt was fehlt ‚Alltagsbetreuung‘ oder auch ‚Angebote zur Unterstützung im Alltag‘. Diese Angebote sollen ein selbstbestimmtes Leben so lange wie möglich zuhause ermöglichen. Worin diese Hilfestellungen bestehen, kann sehr unterschiedlich sein: Schachspielen, Backen; das Haus, die Kleidung, das Essen versorgen. Es gilt die Anforderungen das Alltags aufzufangen – wo es Hilfe braucht. Wichtig ist, die Hilfestellung wird regelmäßig erbracht, so dass eine vertrauensvolle Situation entsteht. Diese Hilfestellungen können ab Pflegegrad 1 abgerechnet werden.

GEMEINSAM-FÜREINANDER-DA – dieser Name steht für eine Initiative in Schondorf, die genau diese Lücke schließt. Den Funken zündete Sabine Pittroff (Gemeinderätin B90/DIE GRÜNEN), indem sie die Schondorfer Akteure, also den Verein GEMEINSAM (vertreten durch Peter Raithel), den Seniorentreff (vertreten durch Erwin Ehle), die Nachbarschaftshilfe (Gerti Huber), die Seniorenreferentin Franziska Königl und Hans Starke und Thea Schneider (Vorstandsmitglieder des Vereins FÜREINANDER) zusammenbrachte. Das Ergebnis: Dem Senioren- und sozialpolitischen Ausschuss wurde ein Konzept vorgelegt, das in der Sitzung vom 8. März 2021 vom Gemeinderat genehmigt wurde. Damit ist das Startzeichen für einen richtungsweisenden Schritt gegeben: Die Gemeinde übernimmt Verantwortung für die Bedürfnisse eines stetig wachsenden Anteils der Einwohner:innen. Die Initiative betritt Neuland, indem Vereine ortsübergreifend zusammenarbeiten. Finanziert wird von Schondorf eine sozialpädagogische oder gerontologisch geschulte Fachkraft mit 20 Stunden, die unter der fachlichen Anleitung von FÜREINANDER e.V. Utting in Schondorf für Schondorf arbeitet. Ihr Arbeitsfeld:

  • Aufbau eines Helfer:innenkreises für ein kontinuierliches Betreuungsangebot für Gruppen oder Einzelpersonen – stundenweise oder als Tagesangebot, auch für demenziell erkrankte Menschen.
  • Organisation von Entlastungen im Alltag – im Haushalt, für die Freizeit, gegenüber Behörden, im Miteinander.
  • Entlastung der Familien oder pflegender Personen mit praktischen, bürokratischen und emotionalen Hilfestellungen.

Wenn Sie auf die eine oder andere Weise unterstützen möchten oder mehr Informationen haben wollen, melden Sie sich gerne bei:
Sabine Pittroff (Initiatorin) 0173-9559111 oder
Jo.Ann Meding (Koordinatorin) 0172-4522979
gfd@malkurz.de